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Grundwissen

Tornados

Tornados gehören zu den beeindruckendsten und zerstörerischsten Naturphänomenen der Erde. Ihre unvorhersehbare Natur und ihre immense Zerstörungskraft machen sie zu einem ständigen Gegenstand von Faszination und Angst. Tornados können in Sekundenschnelle entstehen und mit verheerenden Winden alles auf ihrem Weg zerstören. In diesem Artikel werfen wir einen detaillierten Blick auf die Entstehung von Tornados, ihre Eigenschaften, Klassifikationen, weltweiten Vorkommen, und Sicherheitsmaßnahmen.

6Fachabschnitte
3Dokumentationshinweise
4verwandte Themen
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Was ist ein Tornado?

Ein Tornado ist ein rotierender Luftwirbel, der sich aus einem Gewitter oder einer Superzelle bildet und sich bis zum Boden erstreckt. Er ist in der Regel durch eine charakteristische trichterförmige Wolke erkennbar, die aus der Basis einer Gewitterwolke herabfällt. Die Winde im Inneren eines Tornados können unglaubliche Geschwindigkeiten von bis zu 500 km/h erreichen, was ihn zu einem der zerstörerischsten Wetterphänomene der Welt macht.

Für die Einordnung zählt nicht nur, ob ein Trichter sichtbar war. Entscheidend ist, ob die Rotation tatsächlich Bodenkontakt hatte. Fehlt dieser Bodenkontakt, spricht man eher von einer Trichterwolke.

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Entstehung eines Tornados

Die Entstehung eines Tornados ist ein komplexer Prozess, der verschiedene atmosphärische Bedingungen erfordert. Hier sind die wesentlichen Schritte zur Tornadobildung:

Gewitter und Superzellen: Tornados entstehen oft aus Superzellen, einer besonderen Art von Gewitter. Superzellen zeichnen sich durch starke Aufwinde und eine rotierende Aufwindzone, auch als Mesocyclon bekannt, aus. Ein starker Temperaturunterschied zwischen bodennaher warmer, feuchter Luft und kalter Luft in höheren Schichten schafft die nötige Instabilität.

Rotation (Mesocyclon): Eine horizontale Rotation entsteht durch unterschiedliche Windgeschwindigkeiten in verschiedenen Höhen, auch als Windscherung bezeichnet. Diese horizontale Rotation wird durch aufsteigende warme Luft in eine vertikale Position gezogen.

Trichterwolke: Wenn die Rotation stark genug ist, entwickelt sich eine Trichterwolke. Diese Wolke ist das erste sichtbare Zeichen eines Tornados und erstreckt sich von der Basis der Superzelle in Richtung Boden.

Bodenberührung: Ein Tornado entsteht, wenn die rotierende Trichterwolke den Boden erreicht. In diesem Moment wird die Rotation an der Erdoberfläche verstärkt, und die Zerstörungskraft nimmt rapide zu.

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Die Fujita-Skala: Messung der Stärke von Tornados

Die Zerstörungskraft eines Tornados variiert erheblich, und um diese Unterschiede zu kategorisieren, wurde die Fujita-Skala (F-Scale) entwickelt, die später zur verbesserten Enhanced Fujita-Skala (EF-Scale) angepasst wurde. Diese Skala misst Tornados basierend auf den angerichteten Schäden, wobei sie auf die geschätzte Windgeschwindigkeit rückschließt.

EF0: Leichte Schäden, Windgeschwindigkeiten von 105–137 km/h. Bäume können entwurzelt und Dächer beschädigt werden.

EF1: Mäßige Schäden, Windgeschwindigkeiten von 138–177 km/h. Kleinere Gebäude können beschädigt und Fahrzeuge umgeworfen werden.

EF2: Erhebliche Schäden, Windgeschwindigkeiten von 178–217 km/h. Dächer werden abgedeckt, Mobilheime zerstört.

EF3: Schwere Schäden, Windgeschwindigkeiten von 218–266 km/h. Gebäude werden schwer beschädigt, Bäume entwurzelt.

EF4: Verheerende Schäden, Windgeschwindigkeiten von 267–322 km/h. Häuser werden vollständig zerstört, Fahrzeuge werden weggeschleudert.

EF5: Höchste Zerstörungskraft, Windgeschwindigkeiten über 322 km/h. Häuser werden vom Fundament gerissen, massive Zerstörung ganzer Landstriche.

Tornados der Kategorien EF4 und EF5 sind extrem selten, aber sie richten die größten Zerstörungen an.

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Wo treten Tornados auf?

Tornados können in fast allen Teilen der Welt auftreten, aber bestimmte Regionen sind aufgrund ihrer klimatischen Bedingungen anfälliger für diese Phänomene.

Tornado Alley, USA

Die berüchtigte „Tornado Alley“ in den Vereinigten Staaten ist das bekannteste Tornadogebiet der Welt. Diese Region umfasst Teile von Texas, Oklahoma, Kansas, Nebraska und den mittleren Westen der USA. Hier treffen häufig warme, feuchte Luftmassen aus dem Golf von Mexiko auf kalte Luftmassen aus Kanada, was ideale Bedingungen für die Bildung von Superzellen und Tornados schafft. In den USA treten jedes Jahr durchschnittlich über 1.200 Tornados auf – mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Europa

In Europa sind Tornados zwar seltener, aber nicht unbekannt. Besonders in Ländern wie Deutschland, Polen, Frankreich und Großbritannien können Tornados auftreten. Meistens sind sie weniger stark als in den USA, aber gelegentlich treten auch hier schwere Tornados auf, die erheblichen Schaden verursachen können.

Australien

Australien sieht ebenfalls gelegentlich Tornados, besonders in den südöstlichen Teilen des Landes. Sie treten oft während heftiger Gewitter in den Sommermonaten auf.

Asien und Afrika

Auch in Asien und Afrika gibt es vereinzelt Tornados, insbesondere in Ländern mit tropischem Klima. In Bangladesch und Indien treten gelegentlich starke Tornados auf, die verheerende Schäden in dicht besiedelten Gebieten verursachen können.

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Die verheerendsten Tornados der Geschichte

Einige Tornados sind aufgrund ihrer außergewöhnlichen Zerstörungskraft und den hohen Opferzahlen in die Geschichte eingegangen. Hier sind einige der verheerendsten Tornados, die je aufgezeichnet wurden:

Tri-State Tornado (1925, USA): Der Tri-State Tornado ist der tödlichste Tornado in der Geschichte der USA. Er zog eine Spur der Verwüstung durch Missouri, Illinois und Indiana und tötete 695 Menschen. Der Tornado war außergewöhnlich langlebig und legte eine Strecke von über 350 Kilometern zurück.

Daulatpur-Saturia Tornado (1989, Bangladesch): Dieser Tornado gilt als der tödlichste weltweit. Er forderte das Leben von etwa 1.300 Menschen und zerstörte weite Teile des Landes. Die hohe Bevölkerungsdichte und die fragile Bauweise der Häuser verstärkten die verheerenden Auswirkungen.

Joplin Tornado (2011, USA): Der Tornado, der durch die Stadt Joplin in Missouri zog, war einer der zerstörerischsten in der modernen Geschichte. Er tötete 158 Menschen und verursachte Schäden in Höhe von über 2,8 Milliarden US-Dollar.

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Sicherheitsmaßnahmen bei Tornados

Tornados treten oft plötzlich und ohne Vorwarnung auf, was sie besonders gefährlich macht. Es ist jedoch möglich, sich durch präventive Maßnahmen zu schützen:

Frühwarnsysteme: In vielen Ländern, besonders in den USA, gibt es ausgeklügelte Frühwarnsysteme, die auf bevorstehende Tornados hinweisen. Wetterradar und spezielle Warnungen über Radio, Fernsehen oder Smartphone-Apps können lebensrettend sein.

Schutzräume: Der sicherste Ort während eines Tornados ist ein Sturmschutzraum oder ein Keller. Wenn kein Keller vorhanden ist, sollten sich Menschen in einem inneren Raum eines Gebäudes ohne Fenster aufhalten, zum Beispiel in einem Badezimmer oder einem Schrank.

Evakuierungspläne: Für Haushalte in Tornado-gefährdeten Gebieten ist es wichtig, einen Notfallplan zu haben. Dieser Plan sollte beinhalten, wohin man sich im Falle eines Tornados begibt und welche Notfallausrüstung bereitsteht, wie z. B. Taschenlampen, Erste-Hilfe-Sets und Batterien.

Nach dem Tornado: Nach einem Tornado sollte man sich vorsichtig im Freien bewegen, da herumfliegende Trümmer, beschädigte Stromleitungen oder instabile Gebäude gefährlich sein können.

Tornados sind eines der beeindruckendsten und gefährlichsten Naturphänomene auf unserem Planeten. Ihre plötzliche Entstehung und ihre immense Zerstörungskraft machen sie zu einer ständigen Bedrohung für Millionen von Menschen weltweit. Dennoch haben Wissenschaftler und Meteorologen in den letzten Jahrzehnten erhebliche Fortschritte bei der Vorhersage von Tornados gemacht, was dazu beiträgt, Menschenleben zu retten. Verständnis, Vorbereitung und schnelles Handeln sind die Schlüssel, um sicher durch ein solch gewaltiges Naturereignis zu kommen.