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Ereignisdetails
Tornado · Bestätigt

Tornado bei Wind

03.01.2018 · Wind · Bayern · Deutschland

Medien 0
Quellen & Links 13
Schäden 0
Chasing 0
Radar/Satellit 0
Koordinaten vorhanden
Alte ID 66880
Schadensspurlänge 8,38 km
Max. Breite 0,508 km
Dauer 7
Verletzte 0
Tote 0
Sachschaden 1000000 EUR

Beschreibung

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Fachliche Detaildaten

Dauer
7
Max. Schadensspurbreite
0,508 km
Schadensspurlänge
8,38 km
Zugrichtung
W ESE
Erstreckung
100
Windgeschwindigkeit
180-210 km/h

Art laut Altdatenbank
Tornado
Anzahl
1
Intensitätsschätzung
Schadensbewertung durch einen Wetterexperten
Quelle der Intensität
wtinfo.eu
Unsicherheit / Zweifel
Nein
Landnutzung Start
Grünland
Landnutzung Ende
Wald
Untergrund / Gelände
Land

Wolkenschlauch beobachtet
Ja
Wirbel beobachtet
Ja
Windzone
Windzone 1 – Tiefland
Weitere Wettererscheinungen
Hagel mit 0,5 bis 2,0 cm Durchmesser
Hagel
1,5

Sachschaden
1000000 EUR
Verletzte
0
Tote
0
Gebäudeschäden
Alle 30 Gebäude im Ort Wind wurden beschädigt, die meisten jedoch nur geringfügig. Auffällig eine zerstörte landwirtschaftlich genutzte Scheune in der Ortslage mit Verfrachtungen in drei unterschiedlichen Richtungen (230° / 70° / 140°), sowie durch Ziegelverfrachtungen durchschlagene Rolläden und Fensterscheiben in einem Wohngebäude.
Vegetationsschäden
Insgesamt mehr Wurfschäden im Forstbereich, jedoch auch typische MVT Torsionsschäden rechts aussen im Kiefernbestand. Insgesamt konvergentes Fallmuster auf einer Länge von über 8 km.
Verfrachtungen
Dachteileverfrachtung: 588m (Blechdach) in Zugrichtung linksseitig Massivholzscheunentor: 62m in Zugrichtung linksseitig Ziegeln: Teils bis zu 100m weite Verfrachtungen

Gebiet
Flach
Kontinent
Europa

Quellen und weiterführende Links

13 Einträge
Bild-Link 10
Info 1
Info Info Am 03.01.2018 bildete sich um 08:55 CET im Verlauf der Kaltfrontpassage des Orkantiefs Burglind ein in nordwestlicher Richtung ziehender nichtmesobasierender Tornado in den vom Hochwasser überschwemmten Wiesen zwischen Pommersfelden und Wind in Oberfranken / Bayern. Um 08:56 CET entwickelte sich am Ortsrand von Wind ein Meso-Wirbel, in der dieser Tornado hineinzog. Hieraus entstand ein mesobasierender Multi-Vortex-Tornado (nachfolgend MVT), der in Richtung Osten weiter zog. In der Ortslage Wind konnten die ersten starken Tornadoschäden kartiert werden, wie z.B. herausgehobene Dachziegeln, welche von einem älteren Wohngebäude auf die gegenüberliegenden Straßenseite verfrachtet wurden und dort nicht nur die geschlossenen Rollabschlüsse (Rollläden) durchschlugen, sondern auch die dahinter liegenden Fensterscheiben eines Wohngebäudes. Wichtige Tornadoindizien wurden erst durch die aufwendige satellitengestürzte Bodenkartierung vermessen. Hierbei wurden Ziegelverfrachtungen entgegengesetzt der Zugrichtung auf 230° und 310° kartiert. Der Hauptschaden in der Ortslage Wind, welcher mindestens den Schadenskategorien T4F2(S4) entsrpicht, betrifft ein landwirtschaftlich genutztes Scheunengebäude (s.h. Fotos). Die komplette Giebel- Dachkontruktion wurde vom Tornado kurzzeitig hochgehoben und versetzt. Dies ergibt sich u.a. aus der Kartierung eines Massivholz-Scheunentores, welches - bevor die Giebel-Dachkonstruktion auf dem Boden aufschlug - herausgerissen und auf 70° 62 Meter weit an einen Strassenbeleuchtungsmast der Hauptstrasse verfrachtet wurde. Weitere Tornadoindizien fanden wir etwas außerhalb der Ortslage Wind. Hier wurden Wellblech Dachbedeckungen eines Gebäudes zum Aufbewahren der Acker- und Wirtschaftsgeräte linksseitig der Zugrichtung bis 588 m weit verfrachtet. Die Kartierung im Tornadofall Wind, Jungenhofen und Schnaid ist abgeschlossen und alle Berechnungen sind fertig gestellt. Der Multi-Vortex-Tornado konnte eindeutig nachgewiesen werden und wurde von uns in die Schadensklassen T4F2(S4) eingestuft, dies entspricht einer maximalen Windgeschwindigkeit zwischen 180 km/h und 210 km/h in der Ortslage Wind. Die primäre Schneisenbreite wurde auf 24m und der Wirkungsbereich inklusiv der Inflow-Winde bis zu 508m Breite vermessen. Die Schneisenlänge beträgt 8,38 km und zeigt sich insgesamt konvergent. Auffällig in diesem Tornadofall sind Augenzeugenberichte, die Gewitter und Hagel bis 1,5 cm Korngröße vor dem Tornado beschreiben, dies jedoch weder von der Siemens Blitzortung, noch von den Klimadaten (z.B. Hagel bei kachelmannwetter) aufgezeichnet wurde. Auch die Doppler-Radar Daten sind in diesem Fall wiederholt nicht aussagekräftig. Weiterhin auffällig zeigte sich eine 62 Meter weite Verfrachtung eines Scheunentores (Massivholz) auf 70°, bevor das landwirtschaftlich genutzte Scheunengebäude komplett eingestürzt war. Dies deckt sich mit der Augenzeugenbeobachtung des Hofbesitzers, welcher visuell bestätigt, dass der komplette Dachstuhl sich mehrere Meter angehoben hat und erst danach das Scheunengebäude einstürzte. In den Kiefernbeständen im Forstbereich wurden mehrere Kiefern von äußeren rechten Randwirbeln / Vortex aus dem Bestand gehoben und MVT typisch drei geteilt.
Augenzeugenbericht 1
Augenzeugenbericht Augenzeugenbericht s.h. Pressemeldungen, Scheune hob sich mehrere Meter
Wetterkarte 1
Wetterkarte Wetterkarte nicht brauchbar

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