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Ereignisdetails
Tornado · Bestätigt

Tornado bei Remsfeld

04.09.2016 · Remsfeld · Hessen · Deutschland

Medien 0
Quellen & Links 4
Schäden 0
Chasing 0
Radar/Satellit 0
Koordinaten vorhanden
Alte ID 65681
Schadensspurlänge 2,12 km
Max. Breite 0,674 km
Dauer 3
Verletzte 0
Tote 0

Beschreibung

Noch keine Beschreibung hinterlegt.


Fachliche Detaildaten

Dauer
3
Schadensspurbreite
0,018 km
Max. Schadensspurbreite
0,674 km
Schadensspurlänge
2,12 km
Erstreckung
100
Windgeschwindigkeit
140-160 km/h

Art laut Altdatenbank
Tornado
Anzahl
1
Art der Quelle
Webseite
Unsicherheit / Zweifel
Nein
Landnutzung Start
Land
Landnutzung Ende
Land
Untergrund / Gelände
Land

Weitere Wettererscheinungen
Leichter oder mäßiger Regen

Verletzte
0
Tote
0

PLZ / ZIP
34593
Nächstgelegener Ort
Knüllwald
Gebiet
Flach
Kontinent
Europa
Geogenauigkeit
1 km

Quellen und weiterführende Links

4 Einträge
Video 1
Bild-Link 1
Quelle 1
Quelle Quelle facebook.com
Info 1
Info Info Weiterer Tornado bestätigt, der gleich mehrere Rekorde aufstellt. Am 04.09.2016 bildete sich um 15:47:58 CEST in Tallage an der Efze nahe der Kläranlage Remsfeld ein Tornado. Dieser überquerte in der ersten Stärkungsphase die Remsfelder Strasse und die B323 in nordöstlicher Zugrichtung. Hinter der Bundesstrasse 323 verstärkte sich der Tornado rasch in der zweiten Stärkungsphase und bildete einen südöstlichen Inflow bis in den Brundershausener Weg, Edeka Hellwig, BlumenGartenFalk, der Strasse "Im Blumenfeld" und bis zum unteren Kreisel der B323 aus. Der vermessene Inflow - Bereich zeigte zuerst zum Tornado gerichtete Bodenwinde auf 300°, welche mit weiterer Verlagerung des Trichterkernes kurz darauf auf 340° bis 350° drehten. Hier wurden vermehrt Astbrüche kartiert, jedoch hatte die Gärtnerei Falk auch mehrere umgeworfene Pflanzen zu beklagen und die angrenzende DRK Rettungswache einen vom Bodenwindfeld umgedrückten Apfelbaum. Auf dem Parkplatz der Ergo Versicherung wurde ebenso ein Astbruch eines jungen Baumes kartiert. Dieses enorm breite und starke zum Trichterkern gerichtete Bodenwindfeld ist einzigartig für einen schwachen F1 Tornado. Es ist der bisher breiteste Inflow, der von einem F1 Tornado in Deutschland vermessen wurde mit einem insgesamten Wirkungsbereich von 674 Metern. Um 15:48:47 CEST erreichte der Tornado seine maximale Stärke und zog über die Strassen "Im Wäldchen" und "Bahnhofstrasse". Hierbei wurden 5 Wohngebäudedächer teilabgedeckt und insgesamt 68 Ziegeln vom Tornado herausgehoben, sowie im Mischwaldbestand ein Torsionsschaden an einer Kiefer festgestellt. Sieben geworfene Bäume und mehrere grosse Astbrüche, darunter auch Eichenäste, zeigen deutlich einen Extremwetterschaden bis in die Schadensklassen T2F1(S2). Von nun an änderte der Tornado seine Zugrichtung auf 70° ONO und zog unter Abschwächung weiter in Richtung alter Bahndamm und überquerte die Kreisstrasse K41. Kurz vor der Autobahn A7 löste sich der Tornado um 15:50:44 CEST auf. Der Tornado im Fall Remsfeld am Sonntag 04.09.2016 zeigt sich als zweiter von uns kartierter Tornadofall in demselben Ort bei einem Zeitabstand von 32 Monaten. In diesem Zeitrahmen ist ein so kurzes wiederholtes Auftreten zweier seperater Tornados nicht nur ungewöhnlich, sondern auch für uns in der Kartierung das erste mal seit Beginn unserer Aufzeichnungen. Bereits am 03.01.2014 zog ein etwas stärkerer T3F1 Tornado mitten durch die Ortslage Remsfeld (s.h. wtmap 1.05 auf unserer Website). Der aktuelle Tornado vom 04.09.2016 konnte anhand der satellitengestützten Bodenkartierung mit einem insgesamt konvergenten Fallmuster, der Bruch- und Verfrachtungsschäden, der visuellen Begehung (Schadenanalyse) und durch Zeugenaussagen eindeutig verifiziert werden. Kartiert wurde von uns der aufwendige Schadensfall ab dem 18.09.2016 bis zum 23.09.2016. Der Tornado war bereits am 18.09.2016 von uns bestätigt. Die weitere Aufarbeitung des Tornadofalles zog sich bis zum 30.09.2016. Es musste zusätzllich eine Fläche von 2,7 km² vermessen werden, in der jedoch keine weiteren Indizien zum aktuellen Fall gefunden werden konnten. Auf dieser Fläche wurden zwei weitere ältere Tornadoschneisen im Waldbestand zwischen Remsfeld und Oberbeisheim festgestellt. Eine Datierung ist aufgrund des zu grossen Zeitrahmens und des zum teil vermosten Altbestandes nicht mehr möglich. Anomalien zeigen sich im Wirkungsbereich mit einem sehr breiten Inflow und einer unterdurchschnittlichen kurzen Schneisenlänge. Der Tornadofall Remsfeld vom 04.09.2016 wurde von uns in die Schadensklassen T2F1(S2) eingestuft. Die Sturmschäden entsprechen einer maximalen Windgeschwindigkeit zwischen 140 km/h und 160 km/h. Die Schneisenlänge wurde auf 2,12 km Länge kartiert, die Trichterbreite primär auf 18m mit sekundärem Wirkungsbereich bis 674m Breite. Die sekundengenaue Zeitberechnung konnte aus dem Zeugenvideo von Sabrina Michaela Malcher berechnet werden. Vielen Dank für die Mithilfe. Ein Multi-Vortex-Tornado (MVT), ein Gustnado (Böenfrontwirbel) und ein Downburst (Fallwind) kann in diesem Remsfeld Fall schadenanalytisch ausgeschlossen werden.

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